RavensBuch startet mit Christian Berkel und „Sputnik“ in den Leseherbst
Er gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Schauspielern Deutschlands. Seit einigen Jahren macht sich Christian Berkel darüber hinaus auch als Schriftsteller einen Namen. Schon in seinen früheren Romanen „Ada“ und „Der Apfelbaum“, die beide zu Bestsellern wurden, verknüpfte er die Spurensuche in seiner Familie mit der Zeitgeschichte. In seinem neuen und vielleicht persönlichsten Roman „Sputnik“ erzählt er nun seine ganze Lebensgeschichte – von der Geburt bis heute.
Am 4. Oktober 1957 wurde der „Sputnik“ als erster sowjetischer Satellit in die Erdumlaufbahn geschossen. Wenige Wochen später erblickte Christian Berkel in West-Berlin das Licht der Welt. „Viel Glück mit Ihrem Sputnik“, wünschte man seinen Eltern damals. Der Junge wächst in Berlin auf zwischen den Geschichten von Sala, seiner geliebten Mutter, die der Wirklichkeit ihre eigenen Bilder entgegenhält, und den Büchern seines Vaters Otto. Schon früh wird ihm die Welt zur Bühne, alle scheinen eine Rolle zu spielen. Wie sonst sollte man das Leben begreifen? Als Jugendlicher flüchtet er zu Freunden seiner Eltern nach Paris. „Ich schloss die Augen. Minutenlang schlug mein Herz bis zum Hals. Ich lebte in einem Schloss in Frankreich, es gab vorzügliche Speisen, ein Pierrot deckte den Tisch und räumte ihn wieder ab. Ich hatte zwei Brüder gewonnen, dazu sechs Hunde in einem verwilderten Park“, schreibt Christian Berkel. In Frankreich begegnet er nicht nur der Welt der Literatur und des Theaters, er lernt auch Annie kennen, die ihn Begehren, Liebe und Eifersucht lehrt.
Zurück in Deutschland taucht er in die vom Aufbruch geprägte Theaterwelt der 1970er-Jahre ein. Eine wilde Zeit des Experimentierens bricht an, bis er zu ahnen beginnt, wer er ist, oder zumindest, wer er sein könnte.
Christian Berkels dritter Roman ist eine Geschichte über Zerrissenheit, Aufbruch und Abnabelung und zugleich eine Hommage an die Literatur, die Freundschaft und die Liebe. Der Autor stellt seiner mitreißenden Lebensgeschichte eine Zeile aus den Tagebüchern 1935–1951 von Albert Camus voran: „Es herrscht das Absurde, und die Liebe errettet davor.“
Michael Riethmüller ist Mitgründer der Buchhandlung RavensBuch.
Christian Berkel: Sputnik
Mi 17. September, Schwörsaal Ravensburg, 19 Uhr
Karten bei RavensBuch, in allen Osiander Buchhandlungen, unter osiander.reservix.de/events und an der Abendkasse
