Das O/Modernt Kammerorchester
Sie spielen Bach und Metallica, Hildegard von Bingen und zeitgenössische Klassiker – und das mit einer Selbstverständlichkeit, als gäbe es zwischen den Stilen keine Grenzen. Das O/Modernt Kammerorchester zählt zu den spannendsten jungen Ensembles Europas. Der Tagesspiegel nannte sie einmal „die wilden Schweden“ – ein treffendes Etikett für ein Orchester, das klassische Konzerte als offenen Raum für Neugier, Energie und neue Hörweisen versteht.
Gegründet wurde O/Modernt vom schwedischen Geiger Hugo Ticciati, der das Ensemble vom Pult aus leitet und künstlerisch prägt. Um ihn versammeln sich junge Spitzenmusikerinnen und -musiker aus ganz Europa. Gemeinsam gastieren sie in renommierten Sälen wie der Wigmore Hall, dem Wiener Musikverein oder der Elbphilharmonie und arbeiten mit Künstlerpersönlichkeiten wie Steven Isserlis, Anne Sofie von Otter oder Nils Landgren zusammen. Begegnungen mit Jazzern, Rappern oder Barock-Spezialisten gehören für O/Modernt ebenso dazu wie die intensive Auseinandersetzung mit dem klassischen Repertoire.
Nach Friedrichshafen bringen sie das Programm „Eternal Echoes – A Journey through Time and Harmony“, das diesen Ansatz unmittelbar erlebbar macht. Musik aus unterschiedlichen Jahrhunderten tritt hier in einen direkten Dialog: Max Richters „On the Nature of Daylight“ trifft auf Henry Purcells barocke „Chaconne“ und den berühmten „Cold Song“; Antonio Vivaldis „Winter“ aus „Die vier Jahreszeiten“ steht neben Johann Sebastian Bachs strengem Kontrapunkt I aus „Die Kunst der Fuge“. Unerwartete Perspektiven öffnen sich mit „Shape of My Heart“ von Sting oder „Across the Universe“ von The Beatles – Werke, die hier nicht als Bruch, sondern als selbstverständlicher Teil eines großen musikalischen Zusammenhangs erscheinen. Auch Benjamin Brittens „Variations on a Theme of Frank Bridge“ schlagen eine Brücke zwischen Tradition und Moderne.
Dabei geht es O/Modernt nicht um Effekte oder Crossover um seiner selbst willen. Das Ensemble sucht nach Verbindungen, nach gemeinsamen Linien, nach harmonischen und emotionalen Resonanzen zwischen scheinbar weit entfernten Werken. Kaum, dass das Ensemble beim diesjährigen Heidelberger Frühling begeistert, kommt es auch schon im Anschluss an den See. Dass der Name O/Modernt wörtlich „un/modern“ bedeutet, ist dabei natürlich augenzwinkernd zu verstehen.
Kathrin Staffler: Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsleiterin, Kulturbüro Friedrichshafen.
O/Modernt Kammerorchester
Di 24. März, Bahnhof Fischbach, 19.30 Uhr
Hugo Ticciati, Violine und Leitung
Eternal Echoes – A Journey through Time and Harmony:
Werke von Max Richter, Henry Purcell, Arvo Pärt Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach, Sting, Benjamin Britten, The Beatles
