Schauspiel von Heinrich von Kleist
Dorfrichter Adam hält einen Prozess ab. Es geht dabei um die sexuelle Belästigung von Eve, der Tochter einer Dorfbewohnerin, und das Zerbrechen eines Kruges bei der Flucht des Täters. Schnell wird deutlich, dass Adam selbst schuldig ist und alles versucht, um eine falsche Spur zu legen.
Ein Richter sitzt über sich selbst zu Gericht. Die Tat, die er aufklären soll, hat er selbst begangen. Das ist für das Publikum von vornherein klar. Somit bezieht das Stück seinen Reiz nicht aus dem Ausgang, sondern aus dem Gang der Handlung. Man kennt zwar den Täter, will aber wissen, auf welche Weise er sich selbst verrät und erfreut sich am Scharfsinn, mit dem er überführt wird. Wie sich einer im Gespinst seiner eigenen Lügen verstrickt und schließlich zu Fall kommt, die Dreistigkeit, mit der das Patriachat seine Macht ausübt – all das beschreibt Kleist mit großem komischem Gespür, das uns lustvoll in gesellschaftliche Abgründe blicken lässt.
Peter Hellmig ist Leiter der Abteilung Kultur und Tourismus Weingarten.
Der zerbrochne Krug
Di 13. Januar, Kultur- und Kongresszentrum Oberschwaben, 19.30 Uhr
Einführung: Prof. Reinhold Schmid, 19 Uhr
LTT – Landestheater Württemberg-Hohenzollern Tübingen Reutlingen
Alexander Marusch: Regie
Cornelia Stephan: Ausstattung
Pflichtlektüre im Basis- und Leistungsfach Deutsch für die Abiturprüfung 2026!
