Ein Konzertabend wie kein anderer
Die venezolanische Pianistin und Komponistin zählt seit Jahren zu den profiliertesten Künstlerinnen ihrer Generation – gefeiert für ihre mitreißende Virtuosität, ihre Ausdruckskraft und ihr außergewöhnliches Gespür für musikalische Dramaturgie. Gemeinsam mit den Stuttgarter Philharmonikern und unter der Leitung von Andrey Boreyko gastiert sie nun in Friedrichshafen.
Eröffnet wird der Abend mit Auszügen aus Alberto Ginasteras Ballett „Estancia“: Musik mit rhythmischer Energie, rauer Klangfarben und folkloristischer Anklänge, die das Lebensgefühl der argentinischen Pampa unmittelbar spürbar machen. Diese erdige, pulsierende Musik bildet den idealen Auftakt zu Monteros eigenem Klavierkonzert Nr. 1 „Latin Concerto“, das sie selbst am Klavier interpretiert.
In diesem Werk verdichten sich viele Facetten ihrer künstlerischen Identität. Montero greift musikalische Traditionen Lateinamerikas auf – venezolanische Tänze wie El Pajarillo, jazzige Rhythmen, improvisatorische Freiheiten – und formt daraus ein eigenes Konzert, das ebenso virtuos wie persönlich ist. Monteros legendäres Improvisationstalent verleiht der Musik zusätzliche Spontaneität und macht jede Aufführung zu einem Unikat. Neben ihrer internationalen Laufbahn als Pianistin hat sich Gabriela Montero nämlich auch als Komponistin einen festen Platz im Konzertleben erarbeitet. Werke wie „Ex Patria“, ausgezeichnet mit einem Latin Grammy, oder das „Latin Concerto“ zeigen, wie konsequent sie eigene künstlerische Überzeugungen in Musik übersetzt und diese als Ausdrucksform für Fragen von Herkunft, Erinnerung und Verantwortung nutzt. Auch jenseits des Konzertsaals bezieht sie Position – als engagierte Menschenrechtsaktivistin und als Künstlerin mit klarer Stimme.
Nach der Pause führt Hector Berlioz’ „Symphonie fantastique“ in eine andere, nicht minder intensive Klangwelt. Die radikal subjektive Tonsprache des französischen Romantikers, seine schillernden Orchesterfarben und visionären Ideen bilden einen spannungsreichen Kontrast zu den lateinamerikanisch geprägten Werken der ersten Programmhälfte – und sind zugleich eine ideale Bühne für das große symphonische Erzählen der Stuttgarter Philharmoniker.
Kurz gesagt also: ein Programm, das neugierig macht – und mit Gabriela Montero eine Musikerin präsentiert, die Überraschungen ausdrücklich erlaubt.
Kathrin Staffler: Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsleiterin, Kulturbüro Friedrichshafen.
Stuttgarter Philharmoniker & Gabriela Montero
So 8. März, Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen, 19.30 Uhr
Gabriela Montero, Klavier
Andrey Boreyko, Leitung
Alberto Ginastera: Suite aus dem Ballett Estancia op 8, Nr. 1, 2, 4
Gabriela Montero: Klavierkonzert Nr. 1 „Latin Concerto“
Hector Berlioz: Symphonie fantastique op. 14
