Ein Ausblick auf das Frühjahrsprogramm von Jazztime Ravensburg
Auch wenn das Frühjahrsprogramm bereits im Januar begonnen hat, lohnt sich ein genauerer Blick auf das weitere Jazztime-Programm. Insbesondere vier Konzerte ragen hier heraus. Was erneut auffällt: Die stilistische Bandbreite der Konzerte, die das Jazztime-Team organisiert, ist groß.
Am 6. März präsentiert der große Trompeter und Komponist Sebastian Studnitzky sein neues Werk KY – ein episches Album, wahrscheinlich sein bislang bestes. Er hat eine vielköpfige Superband zusammengestellt, die Grenzen sprengt: Mit dabei sind u. a. Claudio Puntin (ITA, sax), Arto Mäkelä (FIN, g) und die deutschen Spitzenkräfte Paul Kleber (b) und Bodek Jahnke (perc). Bei KY verschmelzen Jazz, Klassik und Clubgefühl zu einem intensiven, handgemachten Werk, in dem sich Multi-Instrumentalismus, Genre-Sprengung und emotionale Tiefe bündeln. Dabei wird spürbar, was ihn neben allem Musikalischen auszeichnet: die Gabe, Menschen und Klangkörper zu verbinden – und daraus etwas Größeres entstehen zu lassen.
Erheblich roher und direkter einheizen wird hingegen The Effect am 23. April, auch in der Zehntscheuer. Power-Fusion-Funk ist das Metier dieses schwedischen Trios, bei dem kein geringerer als Henrik Linder die Bass-Peitsche schwingt – den kennen viele Ravensburger Jazz-Freunde von seiner Haupt-Band Dirty Loops, die vor wenigen Jahren im Konzerthaus beim Trans4JAZZ-Festival überzeugte. Das Trio agiert präzise wie ein Uhrwerk, verspielt wie bei einer Jam-Session und druckvoll wie ein Sog.
Und wieder etwas völlig anderes: Bill Laurance ist Mitbegründer von Snarky Puppy, einer der „Herzensbands“ von Jazztime. In die Ravensburger Zehntscheuer kommt der britische Pianist am 10. Mai: Am Abend, ganz alleine. Er wird sein neuestes Solo-Werk „Lumen“ präsentieren – aufgenommen in einer Londoner Kirche: In der Nacht, ganz alleine. Entsprechend ist die Stimmung sehr klar, sehr ruhig, sehr reduziert – und sehr schön.
Zu guter Letzt beschert uns die Kooperation mit der Deutsch-Finnischen Gesellschaft am 2. Juni im Theater Ravensburg eines der besten Orgel-Trios Europas: Tomi Salesvuo’s Syncopation groovt wie die Hölle! Den Namensgeber kennt man auch als Bandleader und Drummer von East Funk Attack, nun hat er aber ein Trio gegründet, das sich auf Jimmy Smith oder Barbara Dennerlein besinnt. Die drei Finnen an Schlagzeug, Tenorsax und Hammond-Orgel sorgen garantiert dafür, dass kein Auge trocken und kein Bein ruhig bleibt.
Tim Jonathan Kleinecke gehört zum Aktiv-Team von Jazztime Ravensburg e.V.
Jazztime Ravensburg – das Frühjahrsprogramm
Alle Infos und Ticket-Verkauf: https://jazztime-ravensburg.de
Weiterhin gibt es stark vergünstigte Tickets für junge Menschen ab Jahrgang 2000.
