Das Sinfonieorchester Friedrichshafen mit Schumanns „Konzertstück für vier Hörner“
Wenn sich das Sinfonieorchester Friedrichshafen an ein Werk wie Robert Schumanns Konzertstück für vier Hörner und großes Orchester F-Dur op. 86 wagt, darf man von einem besonderen musikalischen Ereignis sprechen. Denn Schumann schrieb hier kein gewöhnliches Solokonzert, sondern ein klangliches Experiment – „etwas ganz curioses“, wie er selbst sagte. Mit der damals neu entwickelten Ventiltechnik des Horns öffneten sich ihm neue Möglichkeiten: Virtuosität, harmonische Kühnheit und eine bislang ungehörte Fülle an Farben.
Was in der Mitte des 19. Jahrhunderts wie ein Wagnis klang, gilt bis heute als Feuerprobe für Hornisten. Vier Solostimmen, die sich ineinander verschränken, antworten und gemeinsam aufblühen. Schumann forderte von seinen Solisten nicht nur technische Brillanz, sondern echtes kammermusikalisches Miteinander.
Auf Einladung des Kulturbüros übernimmt diese anspruchsvolle Aufgabe beim Konzert in Friedrichshafen das Hornquartett der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen: Ona Ramos Tintó, Ferdinand Gleixner, Yolanda Flox und Tobías Van Der Wardt – allesamt Studierende, die bereits in professionellen Orchestern Erfahrung gesammelt haben. Unterstützt werden sie von Saar Berger, ihrem Professor und bis 2023 Mitglied des Ensemble Modern, der das Werk gemeinsam mit ihnen einstudiert hat.
Unter der Leitung von Joachim Trost verspricht der Abend ein Klangereignis von seltener Intensität. Das Zusammenspiel von vier Hornsolisten und großem Orchester entfaltet jene Mischung aus heroischem Glanz und romantischer Sehnsucht, die Schumanns Musik so unverwechselbar macht. Im zweiten Teil des Konzerts steht mit Pjotr Iljitsch Tschaikowskys Sinfonie Nr. 5 e-Moll op. 64 ein weiteres Meisterwerk auf dem Programm – die „Schicksalssinfonie“, die zwischen düsterem Pathos und triumphaler Erlösung oszilliert. Doch im Mittelpunkt des Abends steht eindeutig das Horn: jenes Instrument, das zwischen Jagdruf und Gesang, Naturton und Emotion vermittelt – und in Schumanns Konzertstück seine vielleicht glänzendste Stunde erlebt.
Kathrin Staffler: Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsleiterin, Kulturbüro Friedrichshafen.
Sinfonieorchester Friedrichshafen & Hornquartett HfM Trossingen
Sa 20. Dezember, Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen, 19.30 Uhr
Engelbert Humperdinck: Ouvertüre zu Hänsel und Gretel
Robert Schumann: Konzertstück für vier Hörner F-Dur op. 86
Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 5 e-Moll
