Paul Klee und das Figurentheater
Paul Klee war einer der bedeutendsten Künstler der Moderne und sein Name ist mit vielen künstlerischen Strömungen seiner Zeit verbunden. Werke seiner frühen Schaffensphase waren bei der Ausstellung des Blauen Reiters in München zu sehen, kurz bevor er nach Tunesien aufbrach und die Eindrücke dieser Reise sein weiteres Schaffen prägten. Es folgten die Soldatenjahre des ersten Weltkrieges. Ausstellungstätigkeiten in Waldens Galerie in Berlin verhalfen ihm und vielen Künstlern dieser Zeit zu internationaler Bekanntheit. Eine intensive Schaffensphase folgte während seiner Jahre am Bauhaus zuerst in Weimar, später in Dessau. Nach dortigen Querelen führte ihn sein Weg an die Kunstakademie Düsseldorf. 1933 emigrierte der Künstler mit seiner Familie in die Schweiz. Denn den Nationalsozialisten galt er als „entarteter Künstler“; fünfzehn seiner Werke wurden in der Ausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt, viele andere wurden beschlagnahmt.
Während all dieser Jahre war Klee Künstler, oft Lehrender, aber auch Vater. Sein Sohn Felix war 1907 zur Welt gekommen und entwickelte eine Vorliebe für das Puppenspiel. Von seinem Vater bekam er zu seinem neunten Geburtstag ein Puppentheater sowie selbstgefertigte Handpuppen geschenkt. Bis 1925 gestaltete Klee rund 50 Figuren für seinen Sohn, die er vermutlich auch mit ihm lebendig werden ließ. Für diese Theaterfiguren verwendete Klee Gestaltungsmittel aus dem Alltag: Stoffreste, Nussschalen, Rinderknochen, Steckdosen, Knöpfe und vieles mehr. Diese Puppen entstanden während der Bauhausjahre in Weimar. Auch andere Künstlerinnen und Künstler hatten sich während dieser Jahre mit dem Puppenbau beschäftigt und verkleideten sich zu den Bauhausfesten oftmals mit Masken und Kostümen, die aus dem Figurenspiel inspiriert wurden.
Seine Figuren sind heute im Paul Klee Museum in Bern verwahrt. Das Berliner Ensemble united puppets hat sich davon Repliken anfertigen lassen und lässt mit diesen Puppen das Ringen des Künstlers um seine Kunst, aber auch den Menschen Paul Klee lebendig werden. Die Figuren spiegeln das Universum des Künstlers mit Witz und Ironie, zeigen den Glanz der Meisterjahre und die Tragik seines Lebensendes. „Über den Klee“ ist ein Figurentheater, wie Klee es geliebt hätte!
Juliane Nagy ist Veranstaltungsleitern im Kulturbüro Friedrichshafen und verantwortet den Bereich Kulturvermittlung und Pädagogik.
Über den Klee – Paul Klee und das Figurentheater
So 16. November, Kiesel im k42 Friedrichshafen, 19.30 Uhr
Mo, 17. November, Kiesel im k42, 10 Uhr (Für Schulklassen: ab 12 Jahren für alle Klassen geeignet)
Foto von Paul Klee: Gemeinfrei, Fotograf Alexander Eliasberg, 1911
