Lawrence Power & Münchener Kammerorchester
Das Komponistenporträt weit! ist in diesem Jahr Enno Poppe gewidmet, einem der wichtigsten Vertreter der zeitgenössischen Musik. Ein Jahr zuvor konnte man seine Solo-Version von Filz mit Tabea Zimmermann im Rokokosalon des Schlössle erleben; in diesem Kooperations-Konzert mit „weit! neue musik weingarten“ nun „Filz“ als Violakonzert mit dem international renommierten Bratschisten Lawrence Power. Es besteht wesentlich aus präzise zu spielenden Mikrointervallen, Intonationsschwankungen und virtuosen Glissandi. Die Solopartie der Bratsche ist eine einzige fließende Intonationskurve von permanent wechselnder Kontur und starker Expressivität. „Wald“ von Enno Poppe aus dem Jahr 2010 ist ein Werk für vier Streichquartette. Die vier Saiten der Streichinstrumente, vier Instrumente jedes Quartetts und vier Streichquartette bilden zusammen ein Metainstrument von 43 = 64 Saiten, die in Einzel-, Doppel-, Tripel- und Quadrupel-Quartetten doppelchörig sowie in wechselnden Solo- und Tuttikonstellationen konzertieren.
Zeitgenössische Musik wird mit Barock aus der Bachfamilie kombiniert. Im beliebten Brandenburgischen Konzert Nr. 3 wird der erstklassige Lawrence Power die Solo-Bratsche spielen. Und in der virtuosen Sinfonie G-Dur von CPE Bach stößt der berühmte Sohn des noch berühmteren Vaters in musikalisches Neuland vor. Seine Sinfonie op.182 gehört zu den interessantesten und schwierigsten Werken ihrer Gattung. Kontrast und Überraschung sowie der ständige Wechsel von Affekten sind nicht nur die wesentlichen Prinzipien dieser Sinfonie, sondern des ganzen Abends.
Peter Hellmig ist Leiter der Abteilung Kultur und Tourismus Weingarten.
Lawrence Power & Münchener Kammerorchester
Sa 15. November, Kultur- und Kongresszentrum Oberschwaben, Weingarten, 19 Uhr
Komponistengespräch mit Enno Poppe und Rolf W. Stoll: 18 Uhr
Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr. 3
Enno Poppe: „Wald“ für Streichquartette
Carl Philipp Emanuel Bach: Sinfonie G-Dur H. 667 Wq. 182/1
Enno Poppe: „Filz“ für Viola und Streichorchester
Lawrence Power: Viola
Xandi van Dijk: Leitung
