Zwei ausdrucksvolle Theaterstücke über Freiheit und Selbstbestimmung
In „Frida – Viva la Vida“ nähert sich Schauspielerin Vivienne Causemann der mexikanischen Malerin Frida Kahlo in einem Monolog aus Selbstzeugnissen. In einem zunächst weißen, abstrakten Atelierraum entsteht Schritt für Schritt ein Bild ihres Lebens: geprägt von Schmerz, Leidenschaft und dem unbedingten Willen zur Selbstbestimmung. Causemann lässt die bewegende Geschichte der Künstlerin lebendig werden – eine gefeierte Produktion des Vorarlberger Landestheaters in Bregenz, die nun endlich auch in Ravensburg zu sehen ist.
Während Frida Kahlo für persönliche und künstlerische Freiheit kämpfte, entwirft „R(E)volution“ von Yael Ronen und Dimitrij Schaad – inspiriert von Yuval Noah Hararis Bestseller „21 Lektionen für das 21. Jahrhundert– ein mögliches Morgen: Im Jahr 2045 bestimmen Algorithmen und die allwissende KI Alecto unseren Alltag. Sie ist Helferin, Therapeutin und zugleich Spionin eines digitalen Staates. Das Münchner Metropoltheater hat sich seit seiner Gründung 1998 mit seinem ganz eigenen Inszenierungsstil innerhalb weniger Jahre einen Kultstatus erspielt: Im Zusammenspiel von reduzierten, aber äußerst wandlungsfähigen und assoziativ aufgeladenen Bühnenbildern und ausdrucksstarkem Schauspiel werden immer wieder überraschende, poetische Spielvorgänge und szenische Metaphern kreiert. Bereits in der letzten Spielzeit begeisterte das Ensemble mit der Romanadaption „Ach diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ das Publikum. Nun widmet es sich mit schwarzem Humor und scharfem Blick den Chancen und Gefahren einer technisierten Zukunft.
Zwischen Kahlos radikalem Individualismus und der Vision einer von Maschinen gesteuerten Welt entsteht so ein spannender Dialog über Freiheit und Selbstbestimmung – gestern, heute und morgen.
Till Rickelt ist Intendant am Theater Ravensburg.
Frida – Viva la Vida
Fr 17. und Sa 18. April, Theater Ravensburg, jeweils 20 Uhr
Im Anschluss an die Vorstellungen findet ein Publikumsgespräch statt
Empfehlung für Schulklassen (16+)
R(E)volution
Mi 29. April, Konzerthaus Ravensburg, 19.30 Uhr
Kostenfreie Begleitveranstaltung im Theater Ravensburg zu Chancen und Risiken von KI: 18 bis 19 Uhr. Empfehlung für Schulklassen (16+)
